|
|
Das Dorf Oberau liegt
unweit von Meißen auf der rechten Elbseite. Bislang
weitgehend unbeachtet, befindet sich hier eine der ältesten
Wasserburganlagen Sachsens, die in der Renaissance zu einem
Schloß umgestaltet wurde.
Das
Schloß ist – über zwei Brücken zugänglich
– auf einer Insel inmitten eines Teiches gelegen,
umgeben von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden eines Gutshofs,
der größtenteils dem 19. Jahrhundert entstammt,
und hinter dem sich die Reste des weitläufigen Schloßparks
erstrecken.
|
 |
 |
Die Anlage
befand sich lange Zeit im Besitz derer von Miltitz, nach mehreren
Besitzerwechseln erwarb Familie von Arnim im Jahre 1865 das Schloß.
Im Zuge der Bodenreform wurde der Schloßkomplex enteignet
und ging an die Gemeinde über.
Trotz
der Umbaumaßnahmen des 19. und 20. Jahrhunderts haben sich
bemerkenswerte originale Befunde des Ursprungsbaus erhalten. Das
Erdgeschoß ist komplett mit Kreuzgratgewölben überwölbt,
in den Obergeschossen sind reichhaltig verzierte hölzerne
Decken der Renaissance und des Barock erhalten, auch der Dachstuhl
aus der Renaissancezeit ist unverändert.
Nach
jahrelangem Leerstand übernahm der Arbeitskreis Denkmalpflege
vor einigen Jahren das Schloß und betreibt es seitdem gemeinsam
mit dem Netzwerk Offene Häuser.
Künftig
soll die Anlage in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Offene Häuser
als Begegnungsstätte, vor allem auch für den Jugend-
und Kulturaustausch mit Osteuropa, genutzt werden.
Beschreibung
der Räumlichkeiten
Die Gäste
und Gruppen am Schloß Oberau übernachten im ehemaligen
Gutsverwalterhaus, das direkt neben dem Schloß gelegen ist.
Das Gutsverwalterhaus ist ein stattlicher klassizistischer Bau,
der in den Jahren 2003 / 2004 komplett renoviert worden ist und
in dem 42 Betten in Zwei-, Drei- und Mehrbetträumen auf zwei
Geschossen zur Verfügung stehen.
Die Räume
verteilen sich wie folgt:
Obergeschoß:
zwei Fünfbetträume, zwei Vierbetträume, ein Zweibettraum
Dachgeschoß:
drei Fünfbetträume, ein Vierbettraum, ein Dreibettraum.
Zusätzlich
können bei Voranmeldung im Belegungsvertrag Übernachtungsmöglichkeiten
auf Aufbettungen bzw. Matratzen geschaffen werden.
Außerdem
befinden sich im ehemaligen Gärtnerhaus Räume für
maximal zwölf Personen, sanitäre Einrichtungen und eine
kleine Küche, die, soweit sie nicht von Praktikanten oder
Gästen des Netzwerkes Offene Häuser belegt sind, ebenfalls
genutzt werden können.
Auf den Betten
befinden sich Bettlaken. Schlafsäcke müssen mitgebracht
werden.Nach
Vereinbarung im Belegungsvertrag können Steppdecken, Kopfkissen
und Bettwäsche geliehen werden.
Die sanitären
Einrichtungen befinden sich in den beiden oberen Etagen,
im Erdgeschoß zusätzlich Toiletten.
Die Selbstversorgerküche
(24 qm) und der Speiseraum (35 qm) befinden sich
im Erdgeschoß, daneben liegen zwei jeweils 26 qm große
Seminarräume.
Die geräumige
Diele des Obergeschosses (48 qm) wird gewöhnlich von den
Gästen als Ort informeller Zusammenkünfte genutzt.
Die Ausstattung
der Küche ist einfach (Gasherde, Holzofen, Spüle),
es steht Geschirr für 40 Personen zur Verfügung. Restbestände
(z.B. Mehl, Gewürze, Tee) sind meist von der vorhergehenden
Gruppe noch vorhanden. Hier vertrauen wir auf die Solidarität
zwischen den Gruppen.
Im Dorf, etwa
250 Meter vom Schloßensemble entfernt, befindet sich eine
Gastwirtschaft, die privat betrieben wird. Mit dem Betreiber sind
flexible Absprachen über Art, Umfang und Kosten der Mahlzeiten
möglich.
Zeltende
können die Küche, den Speiseraum und die Seminarräume
im Gutsverwalterhaus, jedoch nicht die oberen beiden Etagen des
Gebäudes, mitnutzen. Die sanitären Einrichtungen für
die Zeltenden befinden sich separat direkt neben der Zeltfläche.
Die Priorität bei der Bestimmung der zeitlichen Abfolge der
Nutzung der Küche/des Speiseraumes hat die Gruppe, die im
Haus untergebracht ist.
Der
Preis je Person und Tag beträgt 10 €, im Gärtnerhaus
8 € , An- und Abreisetag gelten zusammen als ein Tag.
Die Preise
beinhalten die Mitnutzung des gesamten Außengeländes
des Schlosses, der Wiese vor dem Schloß und des
Schloßparks, soweit sie nicht gerade Baustelle sind.
Aus ökologischen
Gründen und aus Gründen der Sparsamkeit stellen wir
den Gästegruppen zudem 90 % der Kosten für Elektroenergie
und Wasser in Rechnung.
Da die Unterkunftsbereiche
im Gutsverwalterhaus in Etagen für zwanzig (Obergeschoß)
bzw. zweiundzwanzig Personen (Dachgeschoß) teilbar sind,
besteht die Möglichkeit, daß mehrere Gruppen
sich zur gleichen Zeit im Haus aufhalten, die
dann Küche und Speiseraum gemeinsam und gleichberechtigt
nutzen. Eine Begegnung unterschiedlicher Gruppen ist Bestandteil
unseres Konzeptes der Offenen Häuser, jedoch naturgemäß
nicht immer unproblematisch.
Wird die Anwesenheit
einer weiteren Gruppe nicht gewünscht, ist dies im Belegungsvertrag
zu vermerken. In den Ferienzeiten und zu anderen Zeiten, zu denen
wir viele Anmeldungen haben, berechnen wir deshalb in einem solchen
Falle stets mindestens 32 Personen.
Nach vorheriger
Absprache besteht gemäß der Philosophie des Netzwerks
Offene Häuser auch die Möglichkeit, an der Instandsetzung
des Schloßkomplexes mitzuarbeiten. Dabei geht es
nicht in jedem Falle um qualifizierte Arbeiten, sondern darum,
verbindlich und zuverlässig eine für den Erhalt des
Ensembles notwendige und mit uns abgesprochene Arbeit auszuführen.
Als Mitarbeit
im Sinne eines ermäßigten Tagessatzes (6 € bei
Unterkunft im Gutsverwalterhaus / 5 € bei Unterkunft im Gärtnerhaus)
gilt die Tätigkeit dann, wenn die Gruppe jeden Tag (ohne
An- und Abreisetag) vier Stunden oder jeden zweiten Tag acht Stunden
in Absprache mit uns tätig ist. Der dann verbleibende Tagessatz
dient lediglich der Deckung der Betriebskosten der Anlage, die
aufgrund der großen Fläche erheblich sind. Es besteht
auch die Möglichkeit, daß nur ein Teil der Gruppe mitarbeitet.
Außerdem
können nach Absprache weitere Räume genutzt werden:
- Der ehemalige
Speicher ist ein eigenwilliger, recht niedriger Raum
von 15 x 12 Metern mit hölzernem Fußboden. Er ist
als Arbeitsraum und zur Zusammenkunft einer größeren
Gruppe recht gut geeignet, jedoch ohne zusätzliches elektrisches
Licht relativ dunkel. Der Raum ist nicht heizbar.
- Räume
des Schlosses stehen je nach Baufortschritt zur Verfügung,
bislang einfache Räume mit mittelalterlichen Gewölben
im Erdgeschoß, später auch Räume mit Wand- und
Deckenmalereien in den Obergeschossen.
- Die neben
dem Schloß gelegene Dorfkirche wird von der Evangelischen
Kirchgemeinde genutzt, nach Absprache kann sie gegen eine Spende
für musikalische Zwecke und als Andachtsraum genutzt werden.
- Nach Absprache
stehen auch im nebengelegenen Dorfgemeinschaftshaus mehrere
heizbare Räume zur Verfügung.
An- und Abreise
Oberau befindet
sich etwa einen Kilometer vom Bahnhof Niederau entfernt, der an
der Bahnstrecke Dresden – Leipzig liegt. Von dort besteht bis
nach Mitternacht stündlicher Zugverkehr in beiden Richtungen.
Die Bahnhöfe
Weinböhla (an der Strecke Berlin – Elsterwerda – Dresden),
Neusörnewitz und Meißen (S-Bahn-Strecke nach Dresden)
sind jeweils etwa 5 Kilometer entfernt.
Das ortsansässige
Taxiunternehmen Gröbner ist unter 035243/32405 zu
erreichen. Der Transport mit dem PKW des Unternehmens vom Bahnhof
Niederau zum Schloß Oberau kostet pro Fahrzeug etwa 6 €.
Zeitweilig
befindet sich auch ein Fahrzeug von Offene Häuser
auf Schloß Oberau. Damit kostet die Abholung vom Bahnhof
mit PKW 4 €, mit Kleinbus 8 €. Eine Nutzung für
Einkäufe und andere Fahrten (Gruppe als Selbstfahrer) wird
mit 0,30 €/ Kilometer berechnet, die Nutzung des Kleinbusses
mit 0,40 €/ Kilometer. Ob ein Fahrzeug (trotz Anmeldung)
definitiv zur Verfügung steht, bitte eine Woche vor Anreise
über Telefon 0172/7746913 abklären.
Die Anreise
muß am Anreisetag bis 18.00 Uhr erfolgen. Kann die gesamte
Gruppe nicht anreisen, so muß ein Verantwortlicher bis 18.00
Uhr anreisen, um die Schlüssel in Empfang zu nehmen. Ausnahmen
können ggf. unter 0172/7746913 vereinbart werden.
Die Schlüssel
werden nur gegen eine Kaution von 50 € ausgehändigt,
die mit der Rechnung vor Anreise zu bezahlen ist. Bei kurzfristigen
Anmeldungen werden die Schlüssel gegen eine Kaution in bar
ausgehändigt. Die Kaution dient als Sicherheit für eventuelle
Beschädigungen, fehlende Schlüssel, nicht oder nur teilweise
erfolgte Reinigung, zerschlagenes oder verlorenes Geschirr, nicht erfolgte Mülltrennung, etc.
Die Kaution wird mit der Schlußrechnung
verrechnet bzw. (falls bereits der gesamte Rechnungsbetrag im
Voraus bezahlt worden ist) dem Rechnungsempfänger – vermindert
um eventuelle Abzüge wegen Schäden o.ä. - spätestens
innerhalb von zwei Wochen nach Abreise zurücküberwiesen.
Die Rückgabe
der Schlüssel muß am Abreisetag nach Reinigung
der Räume möglichst bis 11.00 Uhr direkt an den
Verantwortlichen erfolgen. Reist am selben Tag keine weitere Gruppe
an, kann die Rückgabe auch später im Laufe des Tages
erfolgen.
Umgebung
Das Schloßensemble
liegt am Rande des Dorfes Oberau, das etwa 250 Einwohner hat und
zum etwa 1,5 km entfernten Ort Niederau mit etwa 4000 Einwohnern
gehört.
Die Gemeinde
liegt am Rande der Elbaue, etwa 6 km von Meißen entfernt
und 25 km von Dresden. Nach Osten und Süden zu schließen
sich relativ urbane Gebiete an, die in die Stadt Meißen
bzw. in die Vororte Dresdens übergehen, nach Westen eine
flache, dünn besiedelte, vorwiegend agrarisch geprägte
Landschaft, nach Norden das Moritzburger Teich- und Waldgebiet,
ehemals Jagdrevier der sächsischen Kurfürsten und heute
reizvolles Wander- und Radwandergebiet.
Einkaufsmöglichkeiten
(Kaufhalle, Bäcker, Fleischer) bestehen im nahen Niederau,
fünfzehn Minuten Fußweges vom Schloß entfernt.
Ein Freibad befindet sich 2 km entfernt, ein Sportplatz in Niederau.
Als Ausflugsziele
in der näheren Umgebung bieten sich insbesondere die Stadt
Meißen (Dom, Albrechtsburg, Altstadt, Porzellanmuseum etc.
- 5 km, unregelmäßiger Busverkehr bzw. Bahnverbindung
mit Umsteigen in Coswig), der Ort Moritzburg (Schloß, Käthe-Kollwitz-Sterbehaus
- 15 km, ohne direkten ÖPNV, jedoch durch eine reizvolle
Kombination von DB und Schmalspurbahn erreichbar sowie als Radwanderziel
gut geeignet), und die sächsische Landeshauptstadt Dresden
(25 km, direkte Zugverbindung 25 min), ferner auch die Messe-
und Universitätsstadt Leipzig (direkte Zugverbindung 80 min)
an.
|