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Dorf Gantikow, heute Ortsteil der fünf Kilometer südöstlich
gelegenen Stadt Kyritz in der Ostprignitz, an der alten Landstraße
von Kyritz nach Pritzwalk. Südlich des Ortes, über
einen Abzweig von der Landstraße zu erreichen, steht
das Gutshaus an einem angerartigen Platz, um den eingeschossige
Wohnhäuser in lockerer Angeordnung stehen. |
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Bereits
in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bestanden in Gantikow
zwei Rittersitze und ein Wohnhof im Besitz der Familie von der
Weide. Diese verkaufte ihren Besitz infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten
im Jahre 1657 an die Familie von Platen, die zu den einflußreichsten
Familien der Prignitz gehörte und darüber hinaus wichtige
Funktionen im brandenburgisch-preußischen Staat bekleidete.
Die von Platen verkauften das Anwesen 1872 an die bürgerliche
Familie Neubauer, die es ihrerseits im Jahre 1926 an eine Frau
Döpke verkaufte, die das Gebäude bis 1945 besaß.
Die
Kernsubstanz des Gutshauses entstammt dem 18. und dem frühen
19. Jahrhundert, die heutige Gestalt ist jedoch durch den im Jahre
1877, kurz nach dem Erwerb des Gutes durch die Familie Neubauer,
erfolgten umfassenden Umbau geprägt, im Rahmen dessen das
Gebäude auch sein Mansarddach erhielt. Weitere Veränderungen
erfolgten um 1910 mit dem Einbau der beide Geschosse prägenden
neobarocken Balustertreppe. Das Gutshaus ist somit ein anschauliches
Beispiel eines Umbaus im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert
mit dem bewußten Rückgriff auf traditionelle Bauformen.
Nach
dem Zweiten Weltkrieg diente das Gutshaus zuerst als Flüchtlingsunterkunft,
kam dann in Gemeindeeigentum und diente, wie viele Gutshäuser
in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, als kommunales Zentrum,
das das Gemeindebüro, die örtliche Verkaufsstelle, die
Schule, den Kindergarten, das Arztzimmer, die Küche der Landwirtschaftlichen
Produktionsgenossenschaft sowie Wohnungen beherbergte. Im Jahre
1997 verkaufte die Stadt Kyritz das Gebäude an einen Verein,
von dem es Offene Häuser im Jahr 2004 erwarb.
Beschreibung
der Räumlichkeiten
Das Gutshaus
Gantikow vereint zwei Komponenten unter einem Dach - das von Offene
Häuser betriebene Gästehaus und das
„Lügenmuseum“, ein skurriles
Kunstmuseum, das den südlichen Teil des Erdgeschosses des
Gebäudes einnimmt.
| Das
„Lügenmuseum“ wird von einem Künstler
geführt, der seit über zwanzig Jahren – erst
in Babe bei Neustadt an der Dosse, jetzt in Gantikow –
Überflüssiges, Übersehenes, Weggeworfenes gesammelt,
bearbeitet und in neuen Zusammenhängen zueinandergestellt
hat, so daß zehn Räume mit eintausendundeinem Exponat
entstanden sind, die den Besucher irritieren, verwundern,
erstaunen. So entsteht eine Wanderung auf dem Grat zwischen
Wahrheit und Illusion, ein Zusammenspiel von Tiefsinnigkeiten,
Sinnlosigkeiten, Komik und bitterem Ernst. |
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Durch die
klare räumliche Trennung beider Bereiche bringt der Besucherverkehr
des Museums, der aufgrund der ländlichen Lage des Gutshauses
in überschaubaren Dimensionen bleibt, keine Einschränkungen
für den Beherbergungsbetrieb mit sich – im Gegenteil,
auf dem Dorfanger oder im Garten ergeben sich nicht selten anregende
Gespräche zwischen den Gästen des Hauses und den Besuchern
des Museums.
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Die Unterkunftsräume
für die Gäste befinden sich im Obergeschoß
des Gutshauses, sämtlich individuell gestaltete
Zimmer mit besonderer Atmosphäre. In dem einen
Zimmer ein Wandteppich, in dem anderen Collagen, im dritten
handgefertigte Papierlampen – so erhält jeder
Raum seinen eigenen Charakter, der durch Namen wie „Rapunzels
Kammer“, „Brunnenzimmer“ oder „Pinocchios
Stube“ noch unterstrichen wird.
Gegenwärtig
stehen im Hauptflügel 30 Betten zur
Verfügung - ein Siebenbettzimmer, ein Fünfbettzimmer,
ein Vierbettzimmer, zwei Dreibettzimmer (in einem zuzüglich
einer Aufbettung) und vier Zweibettzimmer. Zusätzlich
können bei Voranmeldung im Belegungsvertrag Übernachtungsmöglichkeiten
auf Matratzen geschaffen werden.
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Auf den Betten
befinden sich frische Bettlaken. Schlafsäcke müssen
mitgebracht werden. Alternativ können Steppdecken / Kopfkissen
und Bettwäsche gegen Entgelt geliehen werden.
Im Obergeschoß
befinden sich die sanitären Einrichtungen,
im Erdgeschoß zusätzlich Toiletten.
| Außerdem
gibt es im Seitenflügel, über einen
separaten Eingang zugänglich, sechs Betten
- ein Vierbettzimmer und ein Zweibettzimmer (Ehebett), ein
weiteres Dreibettzimmer wird ab 2006 zur Verfügung stehen.
Gegenwärtig gibt es im Seitenflügel noch keine sanitären
Anlagen, so daß die Sanitäranlagen im Obergeschoß
des Hauptflügels genutzt werden müssen. |
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Die Selbstversorgerküche
(15 qm) und der Speiseraum (51 qm) befinden sich
im Erdgeschoß, direkt neben der Küche liegt der Ausgang
zum Garten.
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Die
Ausstattung der Küche ist einfach,
es steht Geschirr für 40 Personen zur Verfügung.
Restbestände (z.B. Mehl, Gewürze, Tee) sind meist
von der vorhergehenden Gruppe noch vorhanden. Hier vertrauen
wir auf die Solidarität zwischen den Gruppen. |
Einhundert
Meter vom Gutshaus entfernt befindet sich eine Gastwirtschaft,
die privat betrieben wird und über ein preiswertes Angebot
verfügt. Mit dem Betreiber (Telefon 033971 - 53172) sind
flexible Absprachen über Art, Umfang und Kosten der Mahlzeiten
möglich.
| Im
Obergeschoß des Gutshauses ist der Seminarraum
(50 qm) gelegen, ein heller Raum von leicht L-förmigem
Grundriß mit Südfenstern und Holzdielenfußboden. |
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Ab Herbst
2005 steht zudem der renovierte Dachboden zur
Verfügung, ein großer Raum von 100 qm (15 m lang, 7
m breit) mit neuem Dielenfußboden und einer bühnenartigen
Erhöhung (40 qm, L-förmig) am westlichen Ende, der für
Theater, Musik und Tanz wie geschaffen scheint. Das Dach
ist jedoch nicht gedämmt, so daß eine Nutzung in den
Wintermonaten nicht möglich ist.
Der
Preis für die Übernachtung beträgt 10 € je
Person, bei Aufbettungen 7 €.
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Die
Preise beinhalten die Mitnutzung des gesamten Außengeländes
des Gutshauses, insbesondere des Gutshausgartens mit
Skulpturen, idyllischen Sitzecken und dem Lagerfeuerplatz. |
Aufgrund der
Größe des Hauses besteht die Möglichkeit, daß
mehrere Gruppen sich zur gleichen Zeit
im Haus aufhalten, die dann Küche und sanitäre Anlagen
gemeinsam nutzen. Eine Begegnung unterschiedlicher Gruppen ist
Bestandteil unseres Konzeptes, jedoch naturgemäß nicht
immer unproblematisch.
Wird die Anwesenheit
einer weiteren Gruppe nicht gewünscht, ist dies im Belegungsvertrag
zu vermerken. In einem solchen Falle berechnen wir mindestens
25 Personen.
An- und Abreise
Gantikow befindet
sich etwa fünf Kilometer von Kyritz entfernt, das an der
Bahnstrecke (Berlin -) Neuruppin – Pritzwalk
liegt. Von Kyritz aus besteht stündlicher Zugverkehr in beiden
Richtungen.
Von Kyritz
aus kann man bequem mit dem Fahrrad nach Gantikow fahren, ein
neugebauter Radweg läuft parallel zur Landstraße. Der
Weg ist kaum befahren, so daß er auch zu Fuß genutzt
werden kann.
Das ortsansässige
Taxiunternehmen Richter ist unter 033971 –
6690 zu erreichen. Der Transport mit dem Kleinbus des Unternehmens
kostet pro Fahrzeug etwa 7 €. Zeitweilig befindet sich auch
ein Fahrzeug von Offene Häuser am Gutshaus Gantikow. Damit
kostet die Abholung vom Bahnhof 5 €.
Mit dem Fahrzeug
erreicht man Gantikow recht gut über die Autobahn A 24 Berlin
– Hamburg. Von Berlin aus fährt man bis zur Abfahrt
Neuruppin, dann über Wusterhausen und Kyritz; von Hamburg
bis zur Abfahrt Pritzwalk, dann die Landstraße Richtung
Kyritz; von Rostock bis zur Abfahrt Herzsprung und dann Richtung
Kyritz.
Die
Anreise muß am Anreisetag bis 19.00 Uhr erfolgen.
Kann die gesamte Gruppe nicht anreisen, so muß ein Verantwortlicher
bis 19.00 Uhr anreisen, um die Schlüssel in Empfang zu nehmen.
Die
Rückgabe der Schlüssel muß am Abreistag
nach Reinigung der Räume möglichst bis 11.00
Uhr erfolgen. Reist am selben Tage keine weitere Gruppe
an, kann die Rückgabe auch später im Laufe des Tages
erfolgen.
Umgebung
Das Gutshaus
liegt am südlichen Ende des Dorfes Gantikow. Im nördlichen
Teil des Dorfes steht die mittelalterliche Dorfkirche, die einen
Besuch wert ist. Führungen macht eine Nachbarin, die unweit
des Dorfes wohnt. Im Sommer finden einmal monatlich Abendmusiken
in der Kirche statt.
Direkt am
Ende des ehemaligen Gutsparkes beginnt der Gantikower See, ein
vielleicht fünfhundert mal dreihundert Meter großer
See mit guter Wasserqualität, der sowohl über einen
für Kinder geeigneten sehr flachen Bereich in Gutshausnähe
als auch über naturnahe, tiefe Bereiche an der dem Gutshaus
abgewandten Seite verfügt.
Die Landschaft
um Gantikow ist flach, in Teilen sanft hügelig, so daß
sie sich sehr gut zum Radfahren und Fußwandern eignet. Die
vier Kilometer entfernt verlaufende Regionalbahn (Bahnhof Kyritz
bzw. Haltepunkt Wutike) ermöglicht kombinierte Touren Bahn
/ Fahrrad bzw. Bahn / Fußwandern. Drei Kilometer östlich
von Gantikow beginnt das Waldgebiet um den Ober- und den Untersee,
tief in die Landschaft eingeschnittene Seen mit sehr klarem Wasser.
Im Umkreis
bis zu zwanzig Kilometer kann man die Mumie des Ritters Kahlbutz
in der Dorfkirche zu Kampehl besichtigen, das Brandenburgische
Landesgestüt in Neustadt / Dosse, das Otto-Lilienthal-Museum
in Stölln und die Klosteranlage zu Heiligengrabe, wenig weiter
die Fontanestadt Neuruppin und das Schloß Rheinsberg.
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