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Geschichte

Burg Lohra im südwestlichen Vorharz ist eine der größten Burganlagen Thüringens.

Das Gelände war bereits in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. Im 10. und 11. Jahrhundert ist an der Stelle der heutigen Burg eine königliche Befestigungsanlage belegt, im 12. und 13. Jahrhundert war die Burg Sitz der Grafen von Lare, die eine außerordentlich enge Bindung zum staufischen Königshaus hatten. Unter Graf Ludwig III. (1162–1214) erlebte die Burg ihre Blüte und wurde großzügig zu einer pfalzartigen Anlage ausgebaut. In dieser Zeit entstand die romanische Doppelkapelle, das kunstgeschichtlich wertvollste Zeugnis der Burg, die eines der wenigen erhaltenen Beispiele dieses seltenen mittelalterlichen Kirchentyps darstellt. Auch der ehemals imposante Bergfried, von dem sich, nachdem er später als Steinbruch genutzt wurde, lediglich ein Stumpf erhalten hat, ist neueren Forschungen zufolge in diese Zeit zu datieren. Das in alten Sekundärquellen angegebene Erbauungsjahr 1064 dürfte hingegen wissenschaftlichen Untersuchungen nicht standhalten.

Nach dem Aussterben der Grafen von Lare um 1227 wechselten die Besitzer der Anlage häufig – so waren die Grafen von Beichlingen (1227 bis 1320), die Grafen von Hohnstein (1320 bis 1593), der Herzog von Braunschweig (1593 bis 1632) sowie die Grafen von Stolberg und die Grafen von Schwarzburg Eigentümer. Unter der Herrschaft der Hohnsteiner, die sich nun als Grafen von Hohnstein, Herren zu Lohra und Klettenberg bezeichneten und bis zu ihrem Aussterben auf Lohra residierten, erlebte die Burg nochmals einen Aufschwung, von dem neben zahlreichen Umbauten des 15. Jahrhunderts insbesondere die tiefgreifende Umgestaltung des Hauptwohnbaus der Kernburg von 1574 zeugt. Während des Dreißigjährigen Krieges wechselte die Anlage oft den Besitzer und wurde mehrfach zerstört und wieder befestigt. Im Zuge des Westfälischen Friedens gelangte die Anlage an die Grafen von Sayn-Wittgenstein und 1702 schließlich in preußisches Eigentum.

Von 1712 bis 1945 wurde die Burg als Domäne bewirtschaftet, was die Errichtung mehrerer landwirtschaftlicher Gebäude zur Folge hatte, die die Burg noch heute prägen – so die Wohnhäuser der Domänenarbeiter in der Vorburg (1706), das Stall-, Speicher- und Verwaltergebäude in der Kernburg (um 1880), der unter Verwendung der Steine des ehemaligen Bergfrieds erbaute große Schafstall in der Vorburg (1909) sowie der unter Einbeziehung mittelalterlicher Mauern 1930 errichtete Pferdestall in der Kernburg.

1946 wurde die landwirtschaftliche Nutzung im Rahmen eines Volkseigenen Gutes nahtlos weitergeführt. In den 50er und 60er Jahren befand sich in direkter Nachbarschaft der Burg eine Ausbildungsstätte für Schäfer, in der Burg selbst wurden Kühe, Schafe und Schweine gehalten, bis 1974 die landwirtschaftliche Nutzung eingestellt wurde. Seit 1977 stand die Burg vollkommen leer.

Umbruchszeiten

1991 schloss der Landkreis Nordhausen, der aufgrund eines Bescheides der Treuhandanstalt davon ausging, Eigentümer der Burganlage zu sein, mit dem Unabhängigen Arbeitskreis Denkmalpflege, unter dessen Dach Offene Häuser damals tätig war, einen Pachtvertrag mit einer Laufzeit von 99 Jahren. Um die Jahreswende 1991/92 zog eine Handvoll junger Menschen auf die leerstehende Burganlage und begann, diese unter abenteuerlichen Bedingungen wieder bewohnbar zu machen: die Wasserleitung zur Burg war im Winter zuvor geborsten, nahezu alle Öfen defekt, die Elektroanlage stammte größtenteils aus der Vorkriegszeit, die Burgbrücke war in den Wendewirren abgerissen worden, Dachstühle und Dächer waren zusammengebrochen, im Burghof rosteten landwirtschaftliche Maschinen und Fässer mit Pflanzenschutzmitteln vor sich hin, in der Mitte befand sich eine riesige Jauchegrube.

In den folgenden Jahren kamen Wochenende für Wochenende Dutzende junge Menschen auf die Burg, um die Anlage zu beräumen, sie Schritt für Schritt instand zusetzen, aber auch, um zu debattieren, zu musizieren, zu feiern. Beim Sonntagfrühstück waren selten weniger als zwanzig Menschen, und erst am Abend leerte sich die Burg, die Helfer fuhren zurück nach Halle, Leipzig, Dresden und Berlin, um am nächsten Freitag wiederzukommen. In den Sommermonaten kamen bald auch ausländische Helfer, in Gruppen organisiert, zu zweit mit dem Fahrrad aus Litauen oder trampend aus Portugal – Studenten, Handwerker, junge Künstler. Anfangs übernahm jeder, der auf der Burg wohnte, nicht ahnend, dass man dafür staatliche Förderung hätte bekommen können, die Kosten für die Verpflegung von drei oder vier ausländischen Helfern.

Die Unterkunftsverhältnisse waren außerordentlich einfach, der Umfang der Arbeiten an der Burganlage unüberschaubar. Die Frage der Finanzierung der Materialien und Werkzeuge trat, wenige Jahre nach dem Ende der sozialistischen Plangesellschaft, hinter der Freude, sich endlich frei und ungegängelt engagieren zu dürfen, zurück.

Über all dem lag ein Geist des Aufbruchs, der Lust am Unmöglichen, des Genusses am Miteinander – doch zugleich gewann eine Ahnung der Endlichkeit dieser Idylle zunehmend Raum: Bereits 1993 wurde offenbar, dass der Landkreis Nordhausen, von dem die Initiative die Burganlage gepachtet hatte, doch nicht Eigentümer derselben war. Nach einer langen Zeit quälender rechtlicher Unsicherheit, einer Vielzahl vergeblicher Versuche, das Blatt mit Hilfe der Politik zugunsten des Vereines zu wenden, und bis dahin etwa 45.000 unentgeltlich geleisteter Arbeitsstunden musste der Verein die Burg Ende 1996 verlassen, da diese endgültig der Treuhandanstalt zugesprochen worden war.

Durch die Arbeit des Vereins und die Festlegung der Trasse für die nahegelegene Autobahn hatte sich Burg Lohra von einer ruinösen ehemaligen Domäne im dünnbesiedelten ländlichen Gebiet unweit der ostdeutsch-westdeutschen Grenze in ein baulich gesichertes, ansehnliches Gebäudeensemble mit Autobahnanschluss gewandelt. Entsprechend gab es zahlreiche Begehrlichkeiten, die Burg zu erwerben und zu vermarkten. Blumige Konzepte mit bis zu 500 vorgeblich zu schaffenden Arbeitsplätzen scheiterten daran, dass mehrere potentielle Investoren bereits vor Unterzeichnung der Kaufverträge Insolvenz anmelden mussten.

Gegenwart

Von 1997 bis 2000 stand die Burg weitgehend leer. Schäden durch Sturm und Vandalismus machten die Arbeiten aus den Vorjahren teilweise wieder zunichte. Offene Häuser blieb, so weit das rechtlich möglich war, durch Konzertreihen in der Burgkapelle, Führungen und temporäre studentische Projekte stets präsent und wurde dabei von den Nachbarn und anderen Ortsansässigen engagiert und verlässlich unterstützt.

Nach einer kurzen Zwischenphase als Mieter eines Teils der Anlage konnte Ende 2000 ein Kaufvertrag für die Burg unterzeichnet werden. Innerhalb weniger Tage musste der Kaufpreis aufgebracht werden, was nur durch schnelle und unkomplizierte Unterstützung von Spendern aus dem ganzen Bundesgebiet möglich war.

Zwei Jahre später gelang es Offene Häuser, auch die beiden vor der Burg gelegenen Gebäude eines ehemaligen Lehrlingswohnheimes zu erwerben. Die im Jahre 2005 erfolgte Ausweisung eines Großteils des die Burg umgebenden Geländes als Naturschutzgebiet hat dazu geführt, dass die etwa drei Hektar große Burganlage von einem sieben Hektar großen Außengelände und einer 940 Hektar großen Schutzzone umgeben ist, die die wesentlichen Voraussetzungen für die Umsetzung eines verlangsamten, nachhaltigen Betreibungskonzeptes bilden.

Konzept

Das Konzept der Burg ruht auf drei Säulen, die gleichwertig miteinander verknüpft werden: die vergegenständlichte Baukultur in Gestalt der Gebäude, die diese umgebende gewachsene Natur und die heutige, aktuelle Nutzung. Die Gleichwertigkeit der drei Komponenten Baukultur – Natur – Mensch hat zur Folge, dass sich die heutige Nutzung nicht gegen die beiden bereits vorher vorhandenen Komponenten Baukultur und Natur durchsetzen kann, sondern sie akzeptieren, sich in sie einordnen muss. Somit verkommen die Gebäude nicht zur Hülle oder Kulisse für unsere heutigen Nutzungsvorstellungen und die umgebende Natur nicht zu deren bloßer Garnierung und Verschönerung, sondern sie stecken im Gegenteil den Rahmen ab, innerhalb dessen sich heutige und künftige Konzepte für die Burganlage bewegen sollten.

Dies bedeutet andererseits keinesfalls ein statisches, rein konservierendes Denkmalverständnis, wie man es gerade im Umgang mit im Kern mittelalterlichen Burgen allzu oft antrifft. Auch das 21. Jahrhundert wird sich baulich einbringen können, so wie es die vorangegangenen Jahrhunderte ihrerseits getan haben, jedoch eben in vergleichbarem Umfang zu diesen, in Maßen, bezüglich Architektur und Gestaltung nicht dominierend.

Für einen solchen denkmalpflegerischen Ansatz ist Burg Lohra ein Glücksfall – eine Anlage, die überaus bedeutende mittelalterliche Substanz aufweist, aber schon wenig später zum regionalen Herrschaftssitz abstieg und schließlich fast vierhundert Jahre landwirtschaftlich genutzt wurde, ein Denkmalensemble, bei dem man, im Burghof stehend, zehn Gebäude aus acht verschiedenen Jahrhunderten betrachten kann.

Das Nebeneinander von baulichen Zeugnissen verschiedener Epochen macht deutlich, dass Denkmalpflege stets ein Prozess ist, sowohl bezüglich der planerischen Annäherung an ein Gebäudeensemble als auch bezüglich der handwerklichen Umsetzung. Ein Gesamtkonzept für eine solch vielschichtige Anlage muss langsam reifen, und auch seine Umsetzung wird schrittweise vor sich gehen müssen. Nicht zufällig nähert sie sich damit der Bautätigkeit des vorindustriellen Zeitalters an, in dem man – von reinen Repräsentationsbauten abgesehen – allein schon wegen der eingeschränkten technischen Möglichkeiten viel zögerlicher originale Substanz aus vorhergehenden Epochen beseitigte, als dies heute der Fall ist.

Dieser vorsichtige, entschleunigende Ansatz geht einher mit der gleichwertigen Behandlung von Gebäuden und ihrer Umgebung, von Innenräumen und Außenräumen. Burg Lohra liegt inmitten von bzw. direkt benachbart zu mehreren Schutzgebieten (Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, Flora-Fauna-Habitat-Gebiet, Nationales Naturerbe, Vogelschutzgebiet). In den mittelalterlichen Kellern befinden sich Fledermauskolonien, die zu den wichtigsten in Thüringen gehören. Die Wall- und Grabenbereiche sind Heimat für geschützte Pflanzen und Kleinlebewesen. Ein sachgerechter Umgang mit dem Denkmalensemble ist ohne Berücksichtigung der vielschichtig mit den Gebäuden wechselwirkenden Natur nicht möglich.

Deshalb soll auch die Instandsetzung der Anlage bauökologisch und nachhaltig erfolgen. Zumeist – so bei der Frage nach dem maximalen Erhalt von Originalsubstanz und bei der Materialgerechtigkeit – ist denkmalpflegerisch anspruchsvolles Vorgehen zugleich bauökologisch vorbildlich. Offene Häuser verwendet bei der Instandsetzung defekter Dachstühle stets abgelagertes geborgenes Altholz, deckt Dächer mit geborgenen Ziegeln, setzt beim Innenausbau vorrangig Lehmbau- und Lehmputztechniken ein.

Aus einer bauökologisch bewussten Instandsetzung wiederum folgt auch der Anspruch einer ökologisch korrekten Bewirtschaftung, die bei einem vielgestaltigen Denkmalensemble wie Burg Lohra eine große Herausforderung darstellt. Insofern stellen der Bau von Lehmgrundöfen, die Installation einer abgasarmen Holzheizung, die Errichtung einer Sonnenkollektoranlage und zweier Photovoltaikanlagen nur erste Schritte dar.

All dies ist kein Selbstzweck, sondern der Weg, die Burganlage gegenwärtig und künftig zu erhalten. Zu erhalten nicht als zu besichtigende touristische Sehenswürdigkeit, sondern als untouristischen Erlebens- und Erfahrungsort.

Räumliche Gliederung

Die Anlage gliedert sich in drei Bereiche – den öffentlichen, halböffentlichen und den nichtöffentlichen.

Der nichtöffentliche Bereich umfasst die Gebäudeteile, die technisch und personell für die Betreibung der Anlage notwendig sind.

Die halböffentlichen Bereiche sind diejenigen, die das Besondere, Unverwechselbare des Nutzungskonzeptes eines Baudenkmals ausmachen. Bei Burg Lohra sind dies die Räumlichkeiten, in denen Einzelpersonen und Gruppen beherbergt werden, und die, in denen sie gemeinsamer praktischer oder inhaltlicher Arbeit nachgehen können. Dabei werden die Gebäude der ehemaligen Vorburg und die ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude in der Kernburg perspektivisch verstärkt für eigene Projekte von Offene Häuser und für Projekte anderer Träger, die einen direkten Bezug zur Burg und ihrem Umfeld haben, offen stehen. Im Bereich des ehemaligen Lehrlingswohnheimes vor der Burg werden demgegenüber auch Gruppen mit anderer inhaltlicher Ausrichtung Unterkunft finden können.

Der öffentliche Bereich schließlich umfasst das Außengelände und den Burghof, der vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung offen steht. Hier mischen sich die verschiedenen Lebenswelten – die der Dorfbewohner, die am Abend ihren Hund ausführen, der Bewohner aus der Region, die mit der Verwandtschaft aus der Stadt die Burg besuchen, der Kunstinteressierten, die die Burg im Reiseführer entdeckt haben, und derjenigen, die dauerhaft oder temporär auf der Burg tätig oder zu Gast sind.

Eine besondere Bedeutung kommt dabei der romanischen Doppelkapelle zu. Die Kapelle, Mutterkirche der gesamten Region, war, da die Burganlage als ehemalige Domäne Volkseigentum war, nie kirchliches Eigentum, und somit während der DDR-Zeit sowohl in ihrer Nutzung als auch in ihrem Bestand gefährdet, zumal zu ihr keine eigene Gemeinde gehörte. Es ist das Verdienst des damaligen Pfarrers, der dennoch dort regelmäßig Gottesdienste und Andachten feierte, dass die Kapelle in jenen Jahrzehnten nicht entweiht wurde. Offene Häuser knüpfte bald nach Beginn seiner Tätigkeit auf der Burg an dieses übergemeindliche Verständnis der Kapelle an, führte das allabendliche Läuten wieder ein und machte sie durch eine regelmäßige Konzertreihe auch überregional bekannt. Nach dem Erwerb der Burganlage schloss Offene Häuser aus eigenem Antrieb mit der Kirchgemeinde einen Vertrag über die Nutzung der Kapelle und öffnete sie als Wegekapelle, die jederzeit Raum für Andacht und Besinnung bietet.

Schritte der Instandsetzung

Seit Beginn der Arbeit von Offene Häuser auf Burg Lohra wurden Arbeitsleistungen im Wert von mehreren Millionen Euro erbracht, im Laufe der Jahre haben Hunderte Freiwillige die Arbeiten an der Burg unterstützt. Anfangs standen naturgemäß Arbeiten zur Wiedernutzbarmachung der Anlage einschließlich umfangreicher Arbeiten an den Versorgungsleitungen und der Infrastruktur im Vordergrund, danach wurden Stück für Stück Teilgebäude gesichert und schrittweise instand gesetzt.

In der ersten Phase, von 1991 bis 1996, wurden die in der Wendezeit abgerissene historische Burgbrücke sowie die in den achtziger Jahren eingestürzten Bereiche der hangseitigen Umfassungsmauern und der talseitigen Mauern mit der nord-westlichen Bastion wieder aufgebaut. Das südlich der Brücke gelegene große Stallgebäude mit mittelalterlichem Kern war von einem durch Blitzschlag umgestürzten Baum so stark beschädigt worden, dass der Dachstuhl komplett abgetragen und ein neuer aufgesetzt werden musste. Die nördlichen Eseltreiberhäuser in der Vorburg waren akut einsturzgefährdet und wurden, wie auch die südlichen Eseltreiberhäuser, zur Nutzung als Unterkunft für Gruppen instandgesetzt. Das daneben befindliche Stallgebäude, dessen rückseitige Außenmauern noch dem Mittelalter entstammen und dessen Dachstuhl zusammengebrochen war, erhielt einen neuen Dachstuhl und eine neue Dachdeckung. Der Speicher im westlichen Gebäude der Kernburg wurde als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum ausgebaut.

Nach dem Kauf der Burg wurden 2001 der Dachstuhl der Doppelkapelle instand gesetzt und die Betondachsteine durch geborgene Hohlpfannen ersetzt. Für die dauerhafte Betreibung der Burg waren umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur notwendig. Diese betrafen unter anderem die Neuverlegung der noch aus dem Jahre 1923 stammenden Wasserleitungen, das Anlegen eines Wasserreservoirs für den Brandfall und wiederholte Reparaturen an der sich bis 2005 im Eigentum des Freistaates Thüringen befindlichen Zuwegung der Burg.

Nach dem Erwerb des ehemaligen Lehrlingswohnheimes vor der Burg wurde dieses grundhaft saniert, um eine dauerhafte wirtschaftliche Grundlage für die Erhaltung der Burganlage zu schaffen. Dies implizierte die Installation von ökologisch vorbildhaften Heizungs- und Warmwassersystemen und die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hauptgebäudes.

In der Folgezeit wurde der bauökologische Ausbau des sogenannten Ältesten Wohnbaus in der Kernburg fortgesetzt. Im Jahre 2007 wurde der Dachstuhl des Großen Schafstalles in der Vorburg erneuert, um die Voraussetzung für die Installation einer Photovoltaikanlage auf der Südseite anstelle der bisherigen Wellblechdeckung zu schaffen. Im Sommer 2008 wiederum wurde ein zweiter Speicher in der Kernburg, der Große Heuboden, als Probenraum für Theater und Tanz sowie für Konzerte und Filmvorführungen ausgebaut.

Ausblick

Burg Lohra ist ein besonderer Ort, ein „herausgenommener“ Ort, fern der Städte, außerhalb des Dorfes, ein Ort, der aufgrund seiner unterschiedlichen früheren Nutzungen keiner zwingenden Einordnung unterliegt, ein Ort jenseits von Zeit und Raum.

Ein Ort, der organisch Baukultur und Natur verbindet, ein Ort mit reicher Geschichte, dessen zusammenhängende Baulichkeiten einen Rahmen bieten, zugleich aber innerhalb dieses Rahmens Raum lassen für Eigenes, Erspürtes, Mitgebrachtes.

Ein stiller, kontemplativer Ort, ein Ort zum Verweilen und Innehalten. Ein vielschichtiger und widerspenstiger Ort, der sich nicht anpreist, der aber gefunden und entdeckt werden möchte.


Burghof nach Nordosten

Burg Lohra um 1600

Kernburg von Nordosten

Bauphasen - Grober Überblick

Stumpf des mittelalterlichen Bergfrieds mit Fischgrätenmauerwerk

Romanische Doppelkapelle von Süden

Doppelkapelle - Untere romanische Kapelle nach Westen

Doppelkapelle - Romanisches Kapitell

Doppelkapelle - Untere romanische Kapelle nach Osten

Doppelkapelle - Barock umgestalteter oberer Raum nach Osten

Doppelkapelle - Barock umgestalteter oberer Raum nach Südwesten

Herrenhaus - Mittelalterlicher Kern, 1574 grundlegend umgestaltet

Herrenhaus - Grundrisse und Nutzungen um 1900

Herrenhaus mit Burgmauer von Nordosten

Herrenhaus und ehemaliger Turm von Südwesten

Turmrest, Gewölbe und Mauern südlich der Kernburg

Blick vom Torhaus zum Stall mit Verwalterwohnbereich (1880)

Blick von der Burgbrücke zum Großen Schafstall (1906 - 1909)

Typisches Bild des verwahrlosten Zustands der Burg 1991 / 1992

Arbeitseinsatz in der Kernburg im Sommer 1993

Deutsche und ausländische Jugendliche beräumen gemeinsam die Vorburg (1994)

Nordöstliches Gebäude der Kernburg - Zustand 1992

Nordöstliches Gebäude der Kernburg - Instandsetzung des Dachstuhls

Nordöstliches Gebäude der Kernburg heute, gedeckt mit geborgenen Dachziegeln

Behelfsbrücke anstelle der 1990 fast vollständig abgerissenen Brücke zur Kernburg

Wiederaufgebaute Brücke zur Kernburg

Einsturzgefährdete Eseltreiberhäuser in der Vorburg (1994)

Eseltreiberhäuser heute

Ausstellungs- und Veranstaltungsraum im ehemaligen Kornspeicher
 







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